Ungewöhlicher Sparbeschluss an Hildesheimer Schulen
In Hildesheim sollen Schüler ihre Klassenräume zukünftig selbst putzen. Hintergrund sei die schlechte Finanzlage der Stadt, sagte Stadtsprecher Horst Richter. Eltern, Schüler und Lehrer wehren sich gegen die Pläne, wie NDR 1 Niedersachsen am Donnerstag berichtete.
Nach Angaben des Stadtsprechers werden die regulären Putzkräfte die Klassenräume von April an nur noch zweimal pro Woche reinigen. Für die Schüler würden genügend Besen und Tücher bereitgestellt. Auch die Mülleimer sollten die Schüler künftig selbst leeren. Von Grundschülern werde der Putzdienst allerdings noch nicht gefordert. Hildesheimer Schulen in privater Trägerschaft seien generell nicht betroffen.
Stadt will jährlich rund 150.000 Euro sparen
Bei der Sparpolitik dürfe es keine Tabus geben, so Richter. Trotz großer Proteste der Schulen bleibe der Stadt keine andere Wahl. Die erhoffte Mithilfe der Schüler beim Reinigen ihrer Schule begrenze sich auf einige leichte Tätigkeiten, heißt es in dem Schreiben, das vom Rathaus an alle Schuldirektoren verschickt wurde. So würden etwa Sanitäranlagen weiterhin täglich von den Reinigungsfirmen geputzt, fügte Richter hinzu. Weil der Sparbeschluss schnell fiel, sei noch nicht geklärt, ob die Verträge mit allen Reinigungsfirmen so kurzfristig verändert werden könnten. Mit dem Putzeinsatz der Schüler an den 27 Hildesheimer Lehranstalten wolle die Stadt jährlich rund 150.000 Euro einsparen.
Viele Schulleiter empört über Putzdienst
Etliche Schulleiter reagierten nach einem Bericht der "Hildesheimer Zeitung" erbost auf den Putzdienst für Schüler: Gerade im Winter würden die Klassenräume schnell verdrecken. Zudem müssten die Lehrer die Schüler beim Putzen beaufsichtigen. "Sollen denn die Rathausmitarbeiter ihre Arbeitsumgebung in gleicher Weise selber reinigen?", fragte ein Schulleiter per Fax bei der Stadt an.
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