Schwierige Balance zwischen Kontrolle und Hilfe
Das Urteil im Fall "Kevin" ist gefallen. Der Ziehvater muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Der 43-Jährige hatte den zweijährigen Jungen zu Tode gequält. Gerade den Behörden wurde damals vorgeworfen, sie hätten zu spät eingegriffen. Dabei entziehen deutsche Gerichte immer häufiger das Sorgerecht. tagesschau.de sprach mit Thomas Rauschenbach, dem Leiter des Deutschen Jugendinstituts, über Kompetenzen und Verantwortung der deutschen Jugendämter.
[Bildunterschrift: Thomas Rauschenbach, Leiter des Deutschen Jugendinstituts ]
tagesschau.de: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Fälle von Sorgerechtsentzug von 2004 bis 2006 um 22 Prozent. Wie erklären Sie sich einen derart deutlichen Anstieg?
Rauschenbach: Es gibt zwei Erklärungsmöglichkeiten: Zum einen haben die Probleme zugenommen. Zum anderen hat die Sensibilität für die Probleme zugenommen. Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem. Hinzu kommt, dass sich die Gesetzeslage zum Oktober 2005 geändert hat. Mit Paragraph 8a des Achten Sozialgesetzbuches ist der staatliche Schutzauftrag als Aufgabe der Jugendämter und der freien Träger konkretisiert worden. Damit ist auch deren Verantwortung gewachsen, einzugreifen. Ich wage deshalb die Prognose, dass die Zahlen für 2007 und 2008 noch höher ausfallen werden.
[Bildunterschrift: Rund 9600 Eltern verloren 2006 das Sorgerecht für ihre Kinder. 1000 Kinder mehr als noch 2005Vollständiger Artikel (Quelle: mal wieder tagesschau.de)
Tja, mal wieder etwas nettes gefunden. Stimmt es nun, dass so viel mehr Probleme entstanden sind??? Was verspricht man sich überhaupt von einem Sorgerechtentzug? Dass die Eltern dann draussen sind und das Kind in ein Heim kommt, wo sich gar niemand mehr wirklich um es kümmert? Keiner fragt bisher, ob Kinderheime die richtige Alternative zu "schlechten Eltern" sind. Was für Schäden können denn dort entstehen??? Gruselgeschichten hört man ja auch nicht wenige. ...
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